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A.

Montag, 17. September 2012

happy day

Nach meiner ersten Nacht, in der die Party in Flat 47 aus Müdigkeit und Schüchternheit für mich ausfiel, bin ich frisch und ausgeschlafen zur Queen Mary Univeristy gefahren, um mein Enrolement abzuschließen. Die Uni ist nur eine Underground station von mir (Bethnal Green - Mile End) entfernt und ich konnte ausprobieren, wie lange ich vom Zimmer aus brauche, ohne mich zu hetzen. 20 Minuten! Entspannte Zeit auf jeden Fall, fast wie zu Hause.


Bethnal Green - meine Station.

Vor genau einem Jahr war ich bereits zu Besuch auf dem Campus und konnte mich deshalb recht gut zurecht finden. Das komische ist: Ich fühle mich nicht im Geringsten Fremd oder wie ein Tourist, sondern mir ist auf kuriose Weise alles recht vertraut und unglaublich angenehm. Die Londoner sind äußerst Hilfsbereit und Aufmerksam, sehr sehr offen und neben einigen Freaks gibt es viiiiel zu viele gut aussehende Menschen! Meine Oma hatte recht: Kälte ist egal, Fashion zählt. Das ist in jedem Fall entspannter für's Auge, als es in Potsdam war ;-)

Jetzt ist es offiziell - Student ID Card!
Seit gestern habe ich also meine Student ID Card, was nicht nur für den Campus wichtig ist, sondern mir vor allem 10% Studentenrabatt bei TopShop und Urban Outfitters verschafft. Himmel und Hölle also vereint. 
Nachdem ich mich auf dem Campus mit einem Large Coffe Latte noch ein wenig von den Eindrücken berieseln lassen hatte, machte ich mich auf kleine Erkundungstour. Ich habe mich für den Ausstieg an der St. Paul's Cathedral (Central London) entschieden und fing dann an, dort umher zu wandern, einfach ziellos die Straßen abzulaufen und ein wenig Eindrücke zu sammeln. Wie glücklich sowas machen kann! Es war wunderbar. Mein Hauptgedanke war und ist bis jetzt permanent: "Anna, hier darfst du jetzt leben! Ein ganzes Jahr lang! Einfach so."


St. Paul's Cathedral aus untouristischer Sicht. Keine drei Minuten Fußweg später völlige Überfüllung.
Später habe ich mich mit meiner Bekannten aus Berlin und aus dem Flugzeug und ihrer Kommilitonin Juli am Oxford Circus getroffen, sehr sehr liebe, lustige und nette Mädels! 
Leute Berlin ist krass, das wissen wir. Und ja, auch auf dem Kudamm sind tausend Menschen. Doch so ein gewimmel wie auf der Oxford Street kann man sich nicht vorstellen, wenn man nicht selbst da gewesen ist! SO UNGLAUBLICH VIELE MENSCHEN die wie Ameisen (oder Aasgeier) umherwuseln und wie von Geisterhand aneinander vorbei geleitet werden, ohne sich in die Quere zu kommen. Alles erschien mir recht unglaublich, war sehr surreal und gleichzeitig irgendwie auch beängstigend. Doch dann stand es da, groß, hell, leuchtend und schön: Topshop. Klaustrophobie adé! Der Fashionwahnsinn überwiegt dann leider auch bei mir. Mit fünf Etagen waren die Ausliegenden Maps zur Orientierung nicht nur schön zum ansehen, sondern auch wirklich praktisch; im EG gab es bspw. Obst mit komplett fettfreier Cream, Lollies oder Muffins an verschiedenen Ständen zwischen Strümpfen, Schmuck und Taschen; eine Etage tiefer versüßte eine DJane das Einkaufen (was selbst noch mit Modern Talking ein unschlagbares Vergnügen gewesen wäre). UN-GLAUB-LICH.
Doch es wurde sogar noch besser. 

Zu Hause angekommen habe ich eine weitere Flatmate kennengelernt, Nasha oderso. Sie war unglaublich offen und hat gleich meine Nummer haben wollen, gesagt wie schön sie meine Haare findet und mich für Abends eingeladen was mit ihr und Freundinnen zu unternehmen, falls sie ausgehen sollten.
ENDLICH also auch soziale Kontakte! In der Küche habe ich dann kurze Zeit später wieder Jen getroffen, ein unglaublich süßes, liebes und kluges Mädchen. Wir sind so ziemlich gleich alt und kamen ziemlich schnell ins Gespräch, haben über uns erzählt, das Studieren, die Sprache und unsere Interessen - mein aller aller erstes komplett englisches Gespräch! AAH! Und ich muss ehrlich sagen: Es lief besser, als anfangs gedacht, trotz des anstrengenden Tages. Sie hat mir gleich ein wenig Gossip über Nasha erzählt; dass sie wohl sehr sehr laut wäre in ihrem Zimmer und überhaupt sehr einnehmend - diesen Eindruck hatte ich auch, aber ich hoffe ja immer aufs Beste. 
Jen ist auf jeden Fall super und es war unglaublich angenehm, mit ihr zu reden. Später hat Nasha trotzdem geklopft und gefragt ob ich mit rüber in ihr Zimmer will, trinken - da sagt man natürlich nicht nein und es war lustig, irgendwann haben alle auf mich angestoßen und versucht mich zu überreden, feiern zu gehen doch das hebe ich mir noch ein wenig auf. 
Es war längst nicht so, wie mit meinen Jungs und Mädels in Berlin, aaaaber wenigstens trotzdem lustig und natürlich spannend.

Nach einer kurzen Nacht ging's heute an die Uni - eher lahme Einführungs-/Begrüßungsreden und lange Wartezeiten dazwischen, doch Mareike (meine Kommilitonin aus Potsdam) und ich haben die Zeit gut genutzt um den Campus zu erkunden und die günstigsten Meal Deals zu finden. Die Preise für Sandwiches (aus vier Toastscheiben bestehend) variieren von 3,45 (!!) Pfund bis etwas weiter weg knapp 2 Pfund. Das Umrechnen habe ich schon gestern aufgegeben, damit kommt man zu nichts als Sorge ;-)

Morgen gehen die Infoveranstaltungen zu Health Care, Nebenjobs, Bank Accounts etc. weiter, außerdem wird mein Stundenplan nun endlich sicher festgelegt; es wird sich aber nicht ändern, dass ich bis Januar montags und freitags frei hab. HÄHÄ. Tja Uni Potsdam, da kannst du dir äußerst gern mal eine Scheibe abschneiden! 


Mir geht es auf jeden Fall sehr sehr gut, ich genieße jede Sekunde und bin überglücklich, hier zu sein, hier zu wohnen und auch mal allein zu sein mit meinen Eindrücken und Gedanken - gestaltet sich als unglaublich spannend.

Nebenan geht mittlerweile wieder der Bass an, mein Magen grummelt und deshalb soll es das gewesen sein! 
Die nächsten Posts werden hoffentlich etwas weniger Detailliert. Augenblicklich sauge ich jedoch noch jegliche Eindrücke auf wie ein Schwamm.


xx


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