Weil es hier verdammt nochmal wärmer ist! Letzte Woche waren knapp 20 Grad unterschied zu euch in Deutschland. Und trocken soweit! Angenehm angenehm.
Das Semester ist jetzt endlich vorbei - mit Ach und Krach habe ich mein großes Essay abgegeben, unglaublich knapp von der Zeit her und dementsprechend bestimmt nicht ansatzweise so gut wie meine Arbeiten in deutsch bzw. Deutschland... Ein wenig graut es mir vor dem Ergebnis.
Dementsprechend waren die letzten zwei Wochen von wenig Schlaf und viel Bibliothek geprägt...
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| Bibliothekstisch - Impressionen. |
Da J. und ich jedoch eine Liste haben mit Dingen, die uns immer mal wieder einfallen als gute Ideen für Unternehmungen, kann ich mir schön eine Auszeit verabreden mit einem ordentlichen Plan und etwas, worauf ich mich freuen kann.
So waren wir am zweiten Advent Schlittschuhlaufen beim Canary Wharf Ice Skate Rink - war das schön! Und lustig, da er das absolut nicht kann und deshalb umherrutschte und sich ungefähr so wenig bewegt wie jemand ohne Arme und Beine! Was kein guter Vergleich ist. Aber ihr kennt meinen Humor - er war auf jeden Fall sehr langsam! Nach einem halben Stündchen ging jedoch alles schon viel geschmierter und ich habe ihm sogar mein Handy anvertraut, um Fotos zu machen! Überwindung pur.... ;-)
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| Weihnachtsstimmung! |
Die folgende Woche war - wie gesagt - durch Unikram verstört, sodass ich mehr als nur glücklich war, am Freitag vergangener Woche unseren Groupon-Gutschein für die Jazz Bar Dalston einlösen zu können. Den hatte ich vor einigen Wochen online erworben; er versprach ein 3-Gänge-Menü mit live Jazz für zwei Personen. Dummerweise las ich erst danach die Kritiken und je mehr ich mich einlas, umso vernichtender wurden diese - von unsagbar schlechtem, häufig sogar aggressivem Servicepersonal war die Rede, Diebstählen und schäbiger Atmosphäre war die Rede.
Dementsprechend ängstlich wagte ich mich mit J. dann abends dem reservierten Tisch entgegen.
Meistens wird man eher positiv überrascht, wenn man wenig erwartet; glücklicher Weise auch in diesem Fall so! Die Bar war winzig, mit zusammengewürfelter Einrichtung, alten (teilweise deutschen) Filmplakaten, ausrangierten Schildern und Kaugummiautomaten an den Wänden. Fast schon Berliner Hipster-Atmosphäre! ;-)
Das Personal war wirklich nicht sonderlich gut, aber eben auch nicht unfreundlich und außerdem war die Band super, weswegen es ein toller und gemütlicher Wochenabschluss mit irischem Whiskey, Livemusik und interessanten Gesprächen wurde.
Der Rest des Wochenendes war von Ausschlafen und einer Claredale-Weihnachtsfeier geprägt, die aber relativ langweilig war, sodass Damian (so ziemlich mein bester Freund hier, sehr sehr nett und klug und locker und irisch) und ich dann nach kurzer Zeit beschlossen, nach Shoreditch zu fahren. In die Troy Bar, wo ein weiterer Haufen Iren (J. & Co) waren. In die Troy Bar; die bar, in der ich J. kennengelernt hab. Kitschig, oder?
Damian zumindest war froh, endlich wieder ein paar Iren um sich zu haben. Iren wissen nämlich einfach, wie man eine gute Zeit hat.
Am Montag habe ich mir einen Allein-Tag genommen und bin zum Covent Garden gefahren, einer der Orte die schön geschmückt und weihnachtlich aufgemacht sind. Hier ein paar Impressionen!
Dementsprechend ängstlich wagte ich mich mit J. dann abends dem reservierten Tisch entgegen.
Meistens wird man eher positiv überrascht, wenn man wenig erwartet; glücklicher Weise auch in diesem Fall so! Die Bar war winzig, mit zusammengewürfelter Einrichtung, alten (teilweise deutschen) Filmplakaten, ausrangierten Schildern und Kaugummiautomaten an den Wänden. Fast schon Berliner Hipster-Atmosphäre! ;-)
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| Eine Pool-Bar im Anschluss; mit meiner Abschieds-Brosche die mir meine liebsten Altwarpistinnen schenkten! |
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| Mein Date, in schön-schäbiger Atmosphäre. |
Der Rest des Wochenendes war von Ausschlafen und einer Claredale-Weihnachtsfeier geprägt, die aber relativ langweilig war, sodass Damian (so ziemlich mein bester Freund hier, sehr sehr nett und klug und locker und irisch) und ich dann nach kurzer Zeit beschlossen, nach Shoreditch zu fahren. In die Troy Bar, wo ein weiterer Haufen Iren (J. & Co) waren. In die Troy Bar; die bar, in der ich J. kennengelernt hab. Kitschig, oder?
Damian zumindest war froh, endlich wieder ein paar Iren um sich zu haben. Iren wissen nämlich einfach, wie man eine gute Zeit hat.
Am Montag habe ich mir einen Allein-Tag genommen und bin zum Covent Garden gefahren, einer der Orte die schön geschmückt und weihnachtlich aufgemacht sind. Hier ein paar Impressionen!
Und damit wären wir schon fast bei diesem Wochenende angelangt.
Ich habe endlich keine Vorlesungen mehr gehabt und konnte somit ENDLICH den ganzen Papierkram erledigen, der immer so schön lästig ist.
Zur Post, zur Bank, einkaufen,... Als ich mich so ein wenig ärgerte, dass ich so viele Erledigungen machen musste fiel mir auf, wie schön es eigentlich ist! Erledigungen machen müssen. In London. Hallooooo?? Ich bin mehr als angekommen! Und das Besondere an meinem ganzen Alltag ist die Stadt, in der das alles stattfindet. Alltag, Leute. Alltag!
Ich habe jetzt ein britisches Konto und eine National Insurance Number, die ich beim Amt beantragen musste mit allem drum und dran, damit ich arbeiten kann.
Stolz wie Bolle, sag ich euch! (Der Bankier sagte übrigens ich sähe nicht deutsch, sondern eher britisch aus und hätte auch einen britischen Akzent.
Sehe ich beides zwar nicht so und ob es wirklich ein Kompliment war weiß ich nicht, aber gefreut hab ich mich innerlich doch.)
Außerdem war ich auf dem deutschen Weihnachtsmarkt - eher lamé, um es mal in Annos-Josi-Sprache auszudrücken. Es war zwar ganz nett, doch für einen Glühwein 4,50... Und nein, kein halber Liter. 0,2 Liter. Und nein, nicht mit Schuss.
Trotzdem gekauft und am Essen gespart - einen halben Ostrich-Burger gab es, NJAM NJAM NJAM! Meine Burger-Sucht nimmt überhand.
Highlight der Woche war mein Weihnachtsmenü, zu dem ich am Donnerstag geladen hatte - ursprünglich als Addition zu J.s Geschenk und für deutsche Heim-Nostalgie lud ich mehr und mehr Freunde (von J., aber laut ihm ja jetzt auch meine blabla) ein, sodass wir zum Schluß insgesamt sechs Personen waren. Sechs! Und das beim ersten Mal Braten und Rotkohl und Klöße! Nicht zu vergessen: Nix da mit Kloßteig aus dem Kühlregal oder Rotkohl aus dem Glas, den es nur noch zu verfeinern gilt!
Ich könnte abschweifen und detailliert erzählen wie ich (drei Tage zuvor selbstverständlich!) Rotkohl, karamellisierten Rosenkohl und Kloßteig vorbereitet habe, doch das überschreitet sicherlich das allgemeine Interesse - kurzum: Der ganze Donnerstag war meinen zwei süßen 2,4kg-Enten und den zahlreichen anderen Beilagen gewidmet, die ich Irrsinnsknochen noch hinzugekauft habe aus Angst, es könne nicht reichen.
Mit meiner geheimen Füllung und dem einfach PERFEKTEN Entenrezept, dass ich mir vorher noch zusammengeklaubt hatte, wurde der Braten optimal!!
Sich selbst loben ist nicht anständig, doch mir egal - Familie, sei stolz! Das Fleisch war zart und schmackhaft und die Haut schön knusprig braun.
Njam njam njam die Zweite.
(Vorspeise war übrigens Blattspinat mit Cherrytomatenhälften, einer Vinaigrette mit Mandeln sowie gratiniertem Ziegenkäse auf Baguette - der Renner!! Und ein ideal vorzubereitender Zeitüberbrücker. Nachtisch war warmer Applecrumble mit Vanilleeis. BÄÄM! Die Klöße schmeckten übrigens scheußlich, sodass ich kurzer Hand Kartoffelbrei machte.)
| Vorspeise steht - Weihnachtsstimmung ahoi! |
Das eigentliche Highlight des Abends war jedoch die Geschenkübergabe von J. und mir.
Ich hatte ihm ein paar Kleinigkeiten zusammengesucht, eher unwichtig (war aber ein kompletter Volltreffer und sorgte für Lachen, Rührung, Freude, Dankbarkeit) - er hatte am Abend nur den ersten Teil für mich, da ich wieder einmal sehr ungeduldig war und obwohl wir Freitag als Übergabe verabredet hatten natürlich alles sofort schenken wollte. Fies, oder?
Doch ein voller Erfolg - es ist eine Kamera! Und nicht nur irgendeine. Er weiß, dass ich alte Fotografie mag, nicht umsonst habe ich eine Polaroidkamera. Und er weiß, wie gern ich fotografiere.
Deshalb gab es die wundervolle, einzigartig neu aufgelegte Diana F+! Eine analoge Kamera. Ich bin fast wahnsinnig geworden!
Doch er konnte es noch toppen.
Der nächste Tag folgte und beim Reste-Abendessen wurde ich zu Tränen gerührt. Nicht nur, dass ein schöner Text beigelegt war, nein: Ein in Leder eingebundene Notizbuch einer Künstlerin aus der Gallery Tate lag in einem Kistchen und kleine Zettel-Streifen musste ich auseinanderfalten - was darauf stand? Seht und kombiniert selbst!
(Für alle mit schlechten Augen: Tickets und Sitzplatzreservierungen für die Strecke London-Paris. Für uns, Ende Januar.)
Also macht euch keine Sorgen, auch wenn ich im Augenblick und über Weihnachten allein bin, geht es mir gut - ich genieße die Ruhe, arbeite nebenbei an meinem kleinen Sprachgeschichte(KACK)projekt weiter und bin Subwarden, also Ansprechpartner in Claredale. Dafür gibt's Kohle.
Zu Hause bleiben über Nacht und Geld bekommen - was gibt es besseres?
Weihnachten werde ich in eine Kirche in der Nähe gehen, mal sehen wie das so wird! Einzigartig auf jeden Fall.
Danach geht's in J.s Haus und ich feiere mit zwei seiner Freunde die auch hier geblieben sind und einem riesigen Truthahn Jesus' Geburtstag. Das wird sicherlich schön! Ich habe den Jungs als Geschenk ein riesiges Paket mit allen Möglichen (un)nützlichen Dingen für den Morgen nach einer alkoholintensiven Nacht zusammengepackt - neben Crisps und Süßem sowas wie erfrischender Tee, Instant-Starbucks-Coffee, Baked Beans, Tütensuppe, Tütennudeln, Gesichtswaschgel mit dem "wake-up-effect", Kopfschmerztabletten usw. usw. - dazu einen sehr guten irischen (woher auch sonst, ha ha) Whisky. Wir nennen es Konterbier, englisch heißt es "hair of the dog".
Soll angeblich helfen gegen einen Kater.
Werden wir ja sehen!
Auf jeden Fall geht es mir sehr gut, ich denke viel an euch und hoffe ihr genießt die weihnachtliche Zeit!
Schöne, erfüllte und erholsame Feiertage wünsche ich euch aus der Ferne! Und falls ich in diesem Jahr nicht nochmal schreibe: Einen guten Rutsch!!
x Anna






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